Ein ganz außergewöhnliches Erlebnis – Schiffsausflug entlang der Felsküste der Algarve an Bord der Santa Bernarda

Es ist ein ganz außergewöhnliches Erlebnis: Eine Küstentour mit der Santa Bernarda.

Ein außergewöhnliches Vergnügen auf einem außergewöhnlichen Schiff.

Die Santa Bernarda, eine 2-Mast-Karawelle, ist den Schiffen der berühmten Entdecker Portugals der 15. und 16. Jahrhunderte nachempfunden. Das rund 25 Meter lange Schiff fährt unter dem Kommando von “Capitano Bernardo” mit Fahrgästen ein- bis zweimal pro Tag von Portimao aus Touren entlang der Felsküste der Algarve.

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Der Spaß beginnt schon beim Boarden des Seglers: Capitano Bernardo, ein Hüne von fast zwei Metern Länge, begrüßt seine Gäste höchstpersönlich und begleitet sie an Bord. Und nachdem alle Passagiere das Hauptdeck der Santa Bernarda erkundet haben, sammelt er sie für die Sicherheitsanweisungen und wichtige Informationen zur Fahrt und dem Schiff um sich herum. Bernardo, ein gebürtiger Rheinland-Pfälzer, dessen richtigen Namen ich an dieser Stelle nicht preisgeben möchte, spricht Portugiesisch, Deutsch und Englisch fließend. Er spricht jeden Gast individuell an und versteht es, sofort die Aufmerksamkeit aller und die Sympathie der meisten Passagiere für sich zu gewinnen. Er stellt seine sechs köpfige Crew vor und erläutert dann Sicherheitsmaßgaben und den Umgang mit den Schwimmwesten – in drei Sprachen, ganz selbstverständlich. Bei seinen Erläuterungen zum Schiff wird schnell klar, dass dieser Zweimaster nur äußerlich betagt ist. Im Inneren der Santa Bernarda steckt modernste Technik: Eine großvolumige Dieselmaschine treibt das Schiff an, wenn der aktuelle Wind alleine die Streckenplanung des Kapitäns nicht möglich macht. Und modernste Navigationstechnik ebenso wie zertifizierte Sicherheitseinrichtungen machen die Santa Bernarda zu einem ebenso angenehmen wie verlässlichen Schiff.

Kurs Atlantik und eine Begegnung der besonderen Art

Um 14:20 Uhr ertönt zum ersten Mal das sonore, leise Brummen der Maschine, pünktlich um 14:30 Uhr legt die Santa Bernarda mit Capitano Bernardo am Ruder ab. Der Seegang ist ruhig, und wir passieren nach kurzer Zeit die Kaianlagen von Portimao und den Yachthafen. “Links von uns”, erläutert Bernardo, “liegt der neue Fischereihafen und das Städtchen Ferragudo. Am Ende der Landzunge dahinter sehen Sie das Forte de São João do Arade, eine Befestigung aus dem 15. Jahrhundert.” Der Kapitän ist ein exzellenter Reiseführer, natürlich immer in mindestens drei Sprachen. Scheinbar ganz nebenbei steuert er die Karawelle hinaus auf den Atlantik und dreht nach Backbord, entlang der Felsküste, Richtung Osten. Wir ziehen vorbei an Bauwerken auf den hohen Felsen, die bis zu den alten Römern zurückgehen, und zu jeder Sehenswürdigkeit weiß der Kapitän eine kurze Geschichte zu erzählen. “Ich bin gespannt, ob wir heute Delfine treffen werden.” Bernardo zwinkert, als er das sagt, und seine Augen leuchten – und strahlen Zuversicht aus. “Heute Vormittag haben wir mehr als ein halbes Dutzend gesehen.” Er soll Recht behalten. Schon wenige Minuten später ruft ein Gast, der am Bug steht: “Da, Delfine!” Und jetzt sehen wir sie auch, sechs oder sieben, dabei einige kleinere, scheinbar eine Familie. Sie schwimmen scheinbar ganz und gar mühelos, spielerisch auf- und abtauchend, und ich merke, wie sich ein Lächeln auf meinem Gesicht festsetzt. Ein Blick in die Runde zeigt mir: ich bin nicht der Einzige, dem die Freude ins Gesicht geschrieben steht. Die Delfine begleiten uns einige Minuten, um dann ebenso schnell wieder zu verschwinden, wie sie aufgetaucht waren.

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Sonnenbaden auf Deck und viele Sehenswürdigkeiten auf der Fahrt entlang der Küste

Die Passagiere machen es sich wieder bequem. Die Sonne strahlt auf uns herab, aber der kühlende Atlantikwind macht selbst ein Sonnenbad auf Deck sehr gut erträglich. Kapitän Bernardo, der sich von seinem Steuermann hat ablösen lassen, geht von Gast zu Gast, fragt nach dem Befinden und führt kurze Gespräche. Zwei seiner Seeleute erkundigen sich derweil nach Getränke- und Essenswünschen.

Mittlerweile tauchen immer mehr und immer größere Höhlen in den Felsen der Küste zu unserer Linken auf. Der Kapitän erzählt uns von den Grotten und von der Möglichkeit, diese in kleineren Booten einige Minuten später zu besichtigen. Wir passieren Carvoeiro, ein Städtchen, das sich von einem an einem idyllischen Strand gelegenen Dorf zu einem Touristenmagneten entwickelt hat.

Unsere Fahrt führt weiter vorbei an beeindruckenden Felsformationen und Buchten mit Stränden, die nur vom Meer aus zu erreichen sind. Das Schiff verlangsamt seine Fahrt.

Bootstour zur Besichtigung der faszinierenden Grotten nahe Carvoeiro

Kapitän Bernardo und seine Besatzung machen zwei mitgezogene Boote mit Außenbordmotoren klar. Eine Klapptreppe wird von der Steuerbordseite des Hauptdecks heruntergelassen, und der erste Teil der Passagiere besteigt gemeinsam mit und unterstützt durch drei Besatzungsmitglieder das Boot. Der Außenbordmotor springt an, und nach wenigen Momenten entfernt sich das Boot in Richtung Küste.

Kapitän Bernardo und zwei weitere Mitglieder seiner Crew helfen uns in das zweite Boot. An Bord der Santa Bernarda bleiben nur der Steuermann und ein Passagier, der gerne die Santa Bernarda weiter zum Lesen und Sonnenbaden nutzen möchte. Das Boot wird abgestoßen, der Außenbordmotor springt an, und Bernardo steuert uns Richtung Felsküste.

Wir nähern uns dem Eingang einer großen Grotte mit gedrosselter Fahrt.

Der Moment, als unser Boot in die Dunkelheit der ersten Grotte eintaucht, ist atemberaubend. Das Licht, das aus der Öffnung des Eingangs und aus zwei Öffnungen an der Decke herein scheint, wirft ganz unterschiedliche Farben an die verschiedenen Gesteinsschichten. Die Farben und das Licht scheinen auf den kleiner gewordenen Wellen zu tanzen. Und wieder hat der Kapitän, der sich im Heck des Bootes aufgerichtet hat, Geschichten über die Grotte und über Schmuggler, die diese Grotten als Versteck und als Fluchtweg genutzt haben. Bernardo scheint die Grotten zu kennen wie seine Westentaschen. Mit großer Sicherheit navigiert er unser Boot vorbei an Felsvorsprüngen und Sandbänken. Wir durchqueren ein gutes halbes Dutzend sehr unterschiedlicher Grotten, die zu einem Teil durch Passagen und Durchgänge miteinander verbunden sind. Einige der Grotten lassen uns einen Blick auf die vor der Felsküste kreuzende Santa Bernarda werfen – bis wir uns wieder dem Inneren der Höhlen zuwenden. Der Anblick der immer wieder unterschiedlichen Farben und unendlich facettenreichen Strukturen übt eine unglaubliche Faszination auf uns aus. Diese Faszination scheint es auch zu sein, die unseren Capitano immer wieder hier her zurück zieht. Zu jeder Grotte gibt es eine Geschichte, jede Frage beantwortet er mit deutlich erkennbarer Begeisterung. Wir erfahren von der “Liebesgrotte”, vom Reiz vieler Ausflüge, von Schiffsbau im Schutze der Höhlen und von Piraten, die die Höhlen bereits genutzteln an Bord desg haben.

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Santa Bernarda – Segeln an Bord des Lebenstraums eines Auswanderers

Nach einer unvergesslichen Dreiviertelstunde verlassen wir wieder die Grottenlandschaft und Steuern zur Karawelle zurück. Nach unserem Ausflug erscheint sie mir noch beeindruckender als zuvor. Die Rückkehr an Bord der Santa Bernarda ist – dank der mobilen Treppenkonstruktion – bequem und vollkommen problemlos. Wenige Minuten später sind die Beiboote wieder vertäut, und Kapitän Bernardo dreht die Santa Bernarda wieder in Richtung Portimao, Praia da Rocha und Alvor – und in den Wind.

Kapitän Bernardo lässt Segel setzen, und seine Besatzung ruft ihm Bestätigungen seiner Kommandos zu. Die Santa Bernarda nimmt schnell Fahrt auf. Bernardo scheint das Segeln sehr zu genießen, für mich Gelegenheit, ihn nach der Geschichte des Schiffs zu fragen.

Er sei gelernter Schreiner, erzählt er mir, und habe vor ungefähr fünfzehn Jahren begonnen, einen portugiesischen Fischkutter in einem Dock in Portimao in diese Karawelle umzubauen. Damit habe er sich einen Lebenstraum wahr gemacht. Seit etwa elf Jahren sei er mit der Santa Bernarda auch wirtschaftlich erfolgreich, nachdem er zunächst einige schwierige Jahre bestehen musste.

Bernardo strahlt, wenn er von der Geschichte seines Schiffs erzählt, und seine Augen leuchten, als er von den Plänen der Zukunft spricht. Er hat viel vor. Neue Strecken, neue Touren, neue Technik.

Vermutlich hätte Bernardo auch Animateur werden können. Sein Gespür für andere Menschen und für Situationen ist ganz außergewöhnlich. Noch einmal tritt er eine Runde über sein Schiff an. Wieder erkundigt er sich bei jedem einzelnen Passagier nach seinen Eindrücken und eventuellen Wünschen. Als kleines Extra bietet er seinen Gästen die Gelegenheit, für einen Moment die Santa Bernarda zu steuern und sich dabei fotografieren zu lassen – ein Angebot, das besonders bei den jüngeren Gästen begeistert aufgenommen wird.

Es gibt Geschichten des Kapitäns, es gibt angeregte Gespräche, es gibt Getränke und Snacks, es gibt T-Shirts und Mützen.

Und eine kurzweilige Zeit später taucht auf unserer Steuerbordseite wieder das Forte de São João do Arade und der Leuchtturm von Portimao auf.

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Fazit: Sehr gerne wieder

Während die Besatzung die Segel wieder einholt und der Kapitän das Seehorn der Santa Bernarda dreimal ertönen lässt, lasse ich die vergangenen dreieinhalb Stunden noch einmal im Geiste an mir vorbeiziehen. Ich habe einen sehr außergewöhnlichen Nachmittag erlebt. Ich habe Eindrücke von der Algarve gewonnen, die ich von Land aus vermutlich nie bekommen hätte. Das Schiff, die Delphine und die Grotten waren Teile eines ganz besonderen Erlebnisses.

Und ich ertappe mich dabei, wie ich bei der Verabschiedung Kapitän Bernardo die Hand schüttele und sage: “Ganz herzlichen Dank – und bis sehr bald!”

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Und wenn Sie mehr über die Santa Bernarda wissen möchten:

Mehr über die Santa Bernarda und ihre Touren:

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